Kolumne in mein Monat Juni 2007

Dr. Draxl Hermann

„Ich habe es mit den Hämorrhoiden!"....

diese Selbstdiagnose höre ich von fast allen Patienten, die meine Praxis wegen Beschwerden
im Darm- oder Afterbereich aufsuchen.

 

In vielen Fällen bestätigt sich diese Vermutung auch, allerdings haben viele Patienten ein anderes Problem. Daher sollte in jedem Fall ein Spezialist auf diesem Gebiet aufgesucht werden.

Viele Patienten haben bei Hämorrhoidalbeschwerden schon eine Reihe von Behandlungen (Salben, Zäpfchen, Abführmittel etc.) selbst durchgeführt. Sei es auf Empfehlung von Freunden, Bekannten, der Oma, Stammtischrunden oder durch Informationen aus verschiedenen Medien. Da hinter den Symptomen dieser Erkrankung (Blut am Stuhl oder am Toilettpapier, Nässen, Juckreiz, Stuhlschmieren, Gefühl der unvollständigen Stuhlentleerung, Schleimhautvorfall oder Knoten am After) auch ganz andere, zum Teil ernsthafte Erkrankungen stecken können, ist eine Basisabklärung durch einen Fachmann notwendig.

 

 


Neben der genauen Befragung (Anamnese) und der körperlichen Untersuchung, ist bei Blutspuren im Stuhl oder am Papier, zumindest eine Enddarmspiegelung (Rektoskopie und Proktoskopie) unbedingt notwendig. Diese Untersuchung ist schmerzfrei, ab dem 40. Lebensjahr ist je nach Symptomen eine vollständige Darmabklärung mittels Spiegelung (Coloskopie) notwendig.

Erst nach diesen Abklärungen ist eine weitere Therapie sinnvoll möglich. Ein Großteil der Patienten mit Hämorrhoidalbeschwerden kann ambulant ohne Operation behandelt werden.

 

Als erste Maßnahme kann oft schon eine Stuhlregulierung helfen, weiters hat sich die so genannte Gummibandligatur (Abbinden der Hämorrhoidalknoten) bewährt.

 

Erst im Fortgeschrittenen- oder Komplikationsstadium sind operative stationäre Maßnahmen notwendig. Die oft jahrelange, mehr oder minder erfolgreiche, Selbstbehandlung liegt auch daran, dass es sich bei dieser Erkrankung um ein Tabuthema handelt und Ängste bestehen, dass die Intimsphäre des Betroffenen verletzt wird. Daher ist eine vertrauensvolle Arzt- Patienten-Beziehung Voraussetzung für eine entsprechende Diagnose und Therapie.

 

Der Weg zum Spezialisten kann Ihnen bei dieser Erkrankung viele Beschwerden ersparen, und Sie im Extremfall vor einer schwerwiegenden Erkrankung (Enddarmkrebs!) bewahren.

Ihr Dr. Draxl Hermann